Veröffentlicht
27.04.2020

Vom MBA zur Gründerin – Quadriga-Alumna Janina Waschkowski im Interview

Foto: Waschkowski / Nove
Foto: Waschkowski / Nove

HR-Managerin, Mutter, MBA-Studentin, Gründerin – das sind die Eckpfeiler auf dem Weg von Janina Waschkowski, die heute mit Nove ihr eigenes Modelabel für die Zeit vor, während und nach der Schwangerschaft führt. Wie es sich in Zeiten der Corona-Krise als Unternehmerin mit zwei kleinen Kindern lebt, wie es mit Nove läuft und wie sie auf ihre Studienzeit an der Quadriga Hochschule zurückblickt, das verrät Janina Waschkowski im Interview.

Derzeit gibt es mit Corona fast nur ein Thema – deswegen zunächst mal die Frage: Wie geht es dir und wie gehst du mit der Situation als Mutter und Unternehmerin um?

Mir persönlich geht es gut, wir sind alle gesund. Home-Office mit zwei Kleinkindern ist sehr herausfordernd, aber im Team kriegen wir es gut hin. Mein Mann und ich teilen uns momentan 50/50 die Arbeit und Kinderbetreuung. Als Unternehmerin im Lifestyle-Bereich ist es gerade schwieriger – die Kundinnen haben andere Probleme als die Kleiderwahl.

Da Nove erst seit drei Monaten am Markt ist, haben wir weder Stammkundinnen noch hohe Rücklagen. Mein Vorteil ist, dass Nove sehr flexibel ist. Die Fixkosten sind quasi null, da ich alles sehr agil aufgebaut habe und schnell reagieren kann. Es gibt keine festen Mitarbeiter*innen und keinen teuren Flagship Store. Das hilft jetzt extrem. Ich versuche, die Community aufzubauen und anderweitig Inhalte anzubieten.

Wie kam es damals zur Gründung und welche Bilanz ziehst du nach rund einem Jahr?

Die Idee zu Nove hatte ich in meiner ersten Schwangerschaft, als ich keine Kleidung fand, die meinen Ansprüchen an Qualität und Design entsprach. Ich habe nicht eingesehen, warum ich mich komplett neu einkleiden muss, nur, weil ich ein paar Monate einen runden Bauch habe – warum wächst meine Kleidung nicht einfach mit? Gegründet habe ich dann vor einem Jahr und Anfang 2020 Nove gelauncht. Deshalb ist es für eine Bilanz noch recht früh, das Feedback von Kundinnen und Presse ist jedoch überwältigend!

Wie kann man sich einen Arbeitstag bei dir vorstellen – gibt es überhaupt so etwas wie einen Alltag?

Einen Alltag gibt es nicht. Ich habe Kernarbeitszeiten, aber darüber hinaus auch viele Termine abends oder am Wochenende. Netzwerken ist eine meiner wichtigsten Aufgaben momentan, damit verbringe ich viel Zeit. Ansonsten laufen bei mir buchstäblich alle Fäden zusammen. Ich mache das meiste selbst und hole mir für die Bereiche, in denen meine Expertise nicht ausreicht, Freelancer*innen dazu.

Du scheinst ohnehin sehr vielseitig zu sein – aus deinem Job im HR-Management heraus hast du dich für den MBA  Communication & Leadership bei uns entscheiden. Wie kam es dazu?

Ich wollte mein Wissen im Bereich Kommunikation und Management vertiefen, nachdem ich einige Jahre im Kultur- und Lifestyle-Sektor angestellt war. Für mich war klar, dass ich mich mit der Idee zu Nove irgendwann selbständig mache, dafür war der MBA die perfekte Grundlage. Ich mache nebenher aber immer noch ab und zu HR-Consulting, auch eine Leidenschaft von mir – ich habe viele Interessen und möchte diesen auch beruflich nachgehen.

Wie hat dir der MBA auf dem Karriereweg geholfen?

Im MBA wurden viele Themen vermittelt, die es auch für eine Unternehmensgründung braucht: Kommunikation, Finanzen, Marketing oder Organisationsstrukturen. Das hat mir die nötige Theorie vermittelt und viele Beispiele aus der Praxis gezeigt. Auch das Netzwerk unter den Studierenden ist toll, ich bin mit einigen immer noch im engen Kontakt.
 

Janina Waschkowski (obere Reihe, 3. von links) beim Graduation Day an der Quadriga Hochschule.
Janina Waschkowski (obere Reihe, 3. von links) beim Graduation Day an der Quadriga Hochschule.

An welches Highlight aus deiner Studienzeit musst du heute noch häufig denken?

Das Studium erfolgreich abzuschließen war für mich das größte Highlight – ich habe nebenher Vollzeit gearbeitet, hatte ein kleines Kind und war mit dem zweiten schwanger. Und ein Jahr darauf habe ich Nove gegründet. Darauf bin ich stolz!

Welchen Tipp kannst du den nachfolgenden Studierenden mitgeben? Vielleicht möchte jemand von denen ja auch gründen.

Dafür gibt es keine Blaupause. Das hängt sehr davon ab, was man gründen will, wie die Finanzmittel sind, die private Situation aussieht. Ob man auf einen Exit aus ist oder das Business komplett bootstrappen will, ob man alleine oder im Team gründet, und so weiter.

Mein ganz allgemeiner Tipp ist, die Idee wirklich gut zu durchdenken und über eine längere Zeitspanne zu prüfen, bevor man startet. Das klingt trivial, aber ich kenne viele Gründer*innen, die ‚einfach mal gemacht haben‘. Ich hatte die Idee zu Nove vier Jahre vor Launch und diese lange Beschäftigung mit der Idee klärt zum einen viele Fragen vorab, die nach der Gründung aufkommen und macht zumindest im Fall von Nove das Produkt viel besser als es bei einem Schnellstart gewesen wäre.