Prof. Dr. Carolin Zeller

Professorin für Politikwissenschaften und Public Affairs

Quadriga Hochschule Berlin

Prof. Dr. Carolin Zeller ist Professorin für Politikwissenschaften und Public Affairs an der Quadriga Hochschule Berlin. Carolin Zeller studierte Politikwissenschaft, VWL und Öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn und der London School of Economics and Political Science. Sie erlangte einen Master in International Relations an der University of Essex und promovierte zum Thema Corporate Social Responsibility in der Bekleidungsindustrie an der Universität Potsdam. Während Ihres Studiums und der Promotion war Carolin Zeller Stipendiatin des Cusanuswerks. Als Lehrbeauftragte unterrichtete sie Internationale Politik und Internationale Politische Ökonomie an den Universitäten Erfurt und Potsdam und seit 2010 an der Quadriga. Darüber hinaus war sie als freie strategische Planerin beim Institut für Strategie und Kommunikation beschäftigt.

Professur

Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich Carolin Zeller mit dem Verhältnis zwischen staatlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Politische Entscheidungen verändern sich im Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Akteurslogiken und Anforderungen. Diese Entwicklungen zu verstehen, nachzuzeichnen und mitzugestalten liegt im Fokus des Lehr- und Forschungsinteresses von Carolin Zeller. Dabei liegt ihr nicht die schnelle oder einfache Antwort am Herzen, sondern das tiefe, theoretisch fundierte Verständnis wie und warum sich Interessenvertretung in Deutschland und der EU verändert.

Forschung

Public Affairs ist in Berlin „angekommen. Immer mehr Unternehmen, Verbände und NGOs professionalisieren ihre Interessenvertretung. Dieser Prozess hat große Auswirkungen nicht nur auf die Ausführung von Public Affairs, sondern auch auf die Gestaltung und die Entwicklung unseres demokratischen politischen Systems. Das öffentliche Interesse und die „Skandale“ der letzten Jahre führen zu einer stetigen Neujustierung formeller und informeller Regeln und Standards. Diese zu erfassen und in moderne Interessenvertretung einzubinden bleibt eine große und spannende Herausforderung für die Zukunft.

  • Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf die Praktiken der Interessenvertretung?
  • Wie kann eine Organisation im immer „lauter“ werdenden Berlin noch gehört werden?
  • Und wie gehen die „alten“ mächtigen Interessenvertretungsorganisationen damit um?
  • Wie müssen sich vor allem Verbände verändern und anpassen um weiter relevant zu bleiben?

Das öffentliche Interesse und die „Skandale“ der letzten Jahre führen zu einer stetigen Neujustierung formeller und informeller Regeln und Standards. Diese zu erfassen und in moderne Interessenvertretung einzubinden bleibt eine große und spannende Herausforderung für die Zukunft.

Publikationen

Zeller, Carolin: Self-regulation and Labour Standards: An exemplary Study Investigating the emergence and Strengthening of Self-Regulation Regimes in the Apparel industry, Peter Lang Berlin 2012.

Berschauer, Carolin und Kai Ahlborn: Die Zukunft der Vereinten Nationen – ein Ausblick in: Dietmar Herz, Christian Jetzlsperger und Marc Schattenmann (Hrsg.) Die Vereinten Nationen – Entwicklung, Aktivitäten, Perspektiven, S. Fischer, Frankfurt a.M. 2002.

Carolin Zeller, Christian Thorun und Elisa Lopper „Das Berufsfeld Public Affairs in Zahlen“ in Politik und Kommunikation IV/2017.

Lehre

Im Zentrum von guten politischen Entscheidungen liegt die theoretisch fundierte und wohlreflektierte Analyse. Komplexe Zusammenhänge und Entwicklungen können nicht durch oberflächliche Betrachtung verstanden und durch offensichtliche und standardisierte Methoden beeinflusst werden.

Hierin besteht die zentrale Aufgabe von Lehre. Studierende zu befähigen politische und gesellschaftliche Prozesse, – sei es auf deutscher oder auf europäischer Ebene – nicht nur zu verstehen und nachzuzeichnen, sondern ein umfangreiches und praxisnahes Analyseraster für sich ständig wandelnde Prozesse zu entwickeln. Diese erlauben es dann, neue Entwicklungen fundiert und zeitnah zu analysieren und strategische Implikationen darauf abzuleiten.

Die Lehre im Fachbereich Politics & Public Affairs kombiniert die Vermittlung von theoretischen Fach – und Prozesswissen mit aktueller und reflektierter Praxisanwendung. Theoretisches und praktisches Wissen und Erfahrungen bilden hier keine Gegenpole, sondern werden eng und reflektiert verknüpft. Dies geschieht durch die Einbindung von erfahrenen Praktikern aus den verschiedenen Feldern der Politik und Public Affairs und das angeleitete und gemeinsame Projektlernen der Studiengruppen. Unsere praxiserfahrenen Studierenden schaffen gemeinsam mit Professoren und Lehrbeauftragten ein Arbeitsumfeld, indem gemeinsam und auf Augenhöhe voneinander gelernt wird.

In den Modulen zum politischen System der Bundesrepublik und der EU steht neben der Vermittlung des Fachwissens, das sich nicht im allgemeinen erschöpft, sondern sehr spezifisch und somit in der Praxis begründet und anwendbar politische Logiken und Prozesse aufzeigt und reflektiert. Ziel ist es, die Teilnehmer zu befähigen in verschiedenen Positionen im politischen Prozess agieren und reflektieren zu können.

 

Im Public Affairs Modul steht vor allem die fundierte Analyse und praxisnahe Anwendung von Instrumenten und Methoden im Vordergrund. Diese Elemente ermöglichen das Erlernen von Strategieentwicklung im politischen Prozess und Kampagnenentwicklung und Durchführung. Außerdem steht die Vermittlung von zentralen und praktischen Fähigkeiten wie das Entwerfen von Positionspapieren und Verhandlungsführung auf dem Stundenplan. Die Reflektion nicht nur der praktischen, sondern auch der ethisch-moralischen Anforderungen von Public Affairs zieht sich durch das gesamte Modul. Auch in diesem Modul kommen neben den Professoren eine Vielzahl von erfahrenen und innovativen Lehrbeauftragten, Praxisgäste und Teilnehmer zu Wort.