Veröffentlicht
02.03.2020

Glokale Herausforderungen verstehen – Studierende berichten aus Singapur

Die MBA-Studierenden der Quadriga Hochschule bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Singapur.
Foto: Werner

Vom etablierten Immobilien-Dienstleister über die Technische Universität bis zum AI-Start-up – die Studienreise nach Singapur bot viele Gelegenheiten zum Austausch und damit zum besseren Verständnis von lokalen Herausforderungen in globalen Märkten. Zwei MBA-Studenten ziehen für uns ein Fazit zu der Reise, auf der durch das Corona-Virus viel Spontanität gefragt war.

 

Akademische Tiefe und viele Eindrücke

Michael Nolte: "Bei der Projektion der Erdkugel auf Landkarten werden die tatsächlichen Größenverhältnisse verzerrt. So erscheint der asiatische Raum auf unseren Karten kleiner, als er tatsächlich ist. Dieses und andere Vorurteile konnten wir im Rahmen unserer Studienreise nach Singapur durch eigene Eindrücke und Erlebnisse ersetzen.

Für viele Studenten war der Aufenthalt in Singapur der erste Kontakt mit Südostasien. Dafür ist das kleine Land am südlichen Zipfel Malaysias das perfekte Reiseziel. Singapur lässt sich für Europäer vor allem deshalb gut erschließen, weil eine der vier Amtssprachen Englisch ist. 

Mein persönliches Highlight war die Vorlesung von Professor May O. Lwin von der Nanyang Technological University. Gemeinsam mit den Dozenten Dr. Kai Khiun Liew, Dr. Lewis Lim und Dr. Caleb H. Tse gestaltete sie einen dicht gedrängten Tag geballter Wissensvermittlung auf hohem akademischen Niveau.

Wie funktioniert der Einzelhandel in Asien? Welche Fehler machen internationale Unternehmen, wenn sie in der Region aktiv werden und wie lassen sich diese vermeiden? Welche Rolle nimmt China ein und welche besonderen Konsumentenbedürfnisse zeichnen das Land aus? Diese und andere Fragen konnten wir gemeinsam mit Professor Lwin und ihren Kollegen diskutieren. Solche komplexen Problemstellungen lassen sich unmöglich innerhalb eines Tages lösen.

Die Tiefe, in die wir dabei gegangen sind, ist dennoch beachtlich. Eines lässt sich mit Sicherheit sagen: Fehler, die amerikanische Unternehmen wie Barbie und Hooters im asiatischen Markt gemacht haben, werden MBA-Absolventen der Quadriga Hochschule nicht wiederholen."

Michael Nolte (Dritter von rechts auf dem Gruppenfoto) studiert im MBA Leadership & Human Resources.

 

Singapur in Zeiten von Corona

Ralf Kleinfeld: "Die reduzierte Studiengruppe profitierte von der Spontanität von Andrea Kindermann und der Bereitschaft lokaler Organisationen für einen Austausch. Insbesondere bei lokal ansässigen Unternehmen waren die Auswirkungen durch Corona überdeutlich zu spüren. Videokonferenz aus dem Home Office statt Office-Besuch, Temperatur messen beim Zutritt von Gebäuden oder die Aufspaltung von Teams in zwei Gruppen, um Auswirkungen von Ansteckungen zu vermeiden.

Dennoch konnten wir eine Menge über Singapur und Asien lernen, gerade mit den sich andeutenden Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft durch Corona. Bei der Konrad-Adenauer-Stiftung konnten wir lernen, dass bei in Europa selbstverständlichen Grundrechten, wie Meinungs- und Pressefreiheit Entwicklungsbedarf besteht, bei dem Asien auch von der Vernetzung mit westlichen Ländern profitieren kann. Und Europa kann vom wirtschaftlichen Aufschwung Asiens lernen und mit europäischen Werten verbinden.

Diesen Aspekt hat besonders Element AI hervorgehoben, die sich für ethisch motivierte Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen und das Ziel verfolgen, dass KI zum Nutzen von Menschen eingesetzt wird, statt dass Menschen Technologie lernen sollen. Mit diesen und vielen weiteren Impulsen werte ich die Reise als erfolgreich und kann jedem künftigen Jahrgang diese ans Herz legen."

Ralf Kleinfeld (Erster von rechts auf dem Gruppenfoto) studiert im MBA Leadeship & Digital Business Transformation.

 

Weitere internationale Studienreisen 2020

Helsinki, Bukarest und Brüssel – das sind die weiteren internationalen Ziele für die Studierenden der Quadriga Hochschule im Jahr 2020. Während bei der Reise nach Singapur Studierende aus den MBA-Studiengängen zu Digital Marketing, Sales, Human Resources und Digital Business Transformation dabei waren, reisen die Studierenden der Communication-Veritefungen nach Helsinki (März) sowie Bukarest (Juli) und der Public Affairs-Studiengang nach Brüssel (Dezember). Mehr Informationen zu den Zielen und Themen der Reisen gibt es im News-Beitrag aus dem Februar.

 


 

Bilder aus Singapur

Die MBA-Studierenden konnten bei der Studienreise von vielen detailierten Einblicke durch lokale Unternehmer*innen profitieren.
Die MBA-Studierenden konnten bei der Studienreise von vielen detailierten Einblicke durch lokale Unternehmer*innen profitieren. (Foto: Werner)

 

Das German Centre war einer der vielen Anlaufpunkte für die MBA-Studierenden auf der Reise nach Singapur.
Das German Centre war einer der vielen Anlaufpunkte für die MBA-Studierenden auf der Reise nach Singapur. (Foto: Kleinfeld)

 

Das Corona-Virus wird auch in Singapur sehr ernst genommen, sodass tägliche Fieber-Messungen dazu gehörten. Alle Studierenden sind wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt.
Das Corona-Virus wird auch in Singapur sehr ernst genommen, sodass tägliche Fieber-Messungen dazu gehörten. Alle Studierenden sind wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt. (Foto: Kleinfeld)

 

Singapur konnte auch außerhalb der akademischen und praktischen Diskussionen für viele eindrucksvolle Momente sorgen. (Foto: Werner)
Singapur konnte auch außerhalb der akademischen und praktischen Diskussionen für viele eindrucksvolle Momente sorgen. (Foto: Werner)