Corporate Governance

Fragen aus dem Themenkomplex Corporate Governance beschäftigen Unternehmen im Grunde permanent: Wer legt eigentlich die übergeordneten Ziele des Unternehmens fest? Wie ist mit divergierenden Stakeholder-Interessen umzugehen? Ist die Vorstandsvergütung angemessen? Hat der Aufsichtsrat den Vorstand korrekt überwacht? Wer sitzt überhaupt in einem Aufsichtsrat?

Corporate Governance in der Forschung

Vor allem durch viele Unternehmensschieflagen sowie im Zuge der Internationalisierung der Kapitalmärkte ist Corporate Governance seit etwa Anfang der 1990er Jahre weltweit in Theorie und Praxis zu einem besonders intensiv diskutierten Thema avanciert.

Erstaunlicherweise fehlt dennoch eine exakte Definition – das gilt selbst für die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex.
Im Kern geht es um einen normativen Rahmen für die Leitung und Überwachung von Unternehmen bzw. Unternehmenseinheiten. Dieser Verhaltensrahmen wird teilweise extern vorgegeben – etwa durch einschlägige Gesetze oder eben auch einen Governance Kodex. Nicht zu vernachlässigen ist jedoch, dass auch unternehmensintern auf diesen Rahmen von verschiedenen Akteuren Einfluss genommen werden kann und wird.

Im Fokus der Corporate Governance-Diskussion stehen bislang primär Fragen der Verteilung von Führungskompetenzen auf verschiedene Akteure. Darüber hinaus werden für Leitungs- und Überwachungsaktivitäten auch konkrete Verhaltensvorgaben gemacht bzw. Rahmenvorgaben für Steuerungssysteme (z.B. Vergütungssysteme) erlassen, mit denen Einfluss auf das Verhalten der Akteure genommen wird.